• Symptome der Fructoseintoleranz

Daran lässt sich eine Fructoseintoleranz erkennen

Von |2021-04-09T10:51:22+02:00April 9th, 2021|Kategorien: Fructoseintoleranz|Tags: , |

Wenn Fruchtzucker Beschwerden auslöst

Bevor der Hausarzt einen H2-Atemtest durchführt, um eine Fructoseintoleranz zu diagnostizieren, ist die Mitarbeit des Patienten gefragt: Auf die Ernährung achten, Symptome feststellen und diese im besten Fall in Beziehung zu dem stellen, was gegessen und getrunken wurde. Welche Symptome das sein können, zeigt dieser Beitrag.

Der Bauch gibt meist die deutlichsten Signale

Und genau diese Bauchsignale können höchst unterschiedlich sein. Krämpfe, Blähungen und Darmgeräusche bis hin zu einem Völlegefühl und Durchfall zählen zu den häufigsten Symptomen bei Fructoseintoleranz. Alle Symptome schränken das reguläre Leben ein, weswegen die folgenden Signale mit entsprechenden Tipps versehen wurden, wie sich die Symptome lindern lassen.

  • Wenn durchfallartige Störungen und Durchfall mit breiigem, sauren Stuhl auftreten, kann das ein Indiz einer Fructoseintoleranz sein. Damit zeigen Darm und Bauch an, dass zu viel Zucker aufgenommen wurde und der Darm mit der Zuckermenge überfordert ist. Tipp: Diese sogenannte Fructose-Malabsorption kann mit einer Reduzierung des Fructosegehalts reguliert werden. Auch ein ausgewogenes Verhältnis von Glukose und Fructose in Lebensmitteln kann dabei helfen, den Durchfall zu lindern.
  • Durch Gase in Dünn- und Dickdarm können sich ein Blähbauch und ein unangenehmes Völlegefühl entwickeln. Die Folge: Betroffene stoßen häufiger auf und berichten sogar von Übelkeit nach dem Essen, weil der mit Gas befüllte Darm auf den Magen drückt. Tipp: Getränke, die wenig Kohlensäure haben, helfen dabei, das Aufstoßen zu verringern.
  • Darmgeräusche, Krämpfe und häufige Toilettengänge sind typische Symptome in Verbindung mit einer Fructoseintoleranz. Tipp: Wer Fructose nicht etwa pur in Form von Obst zu sich nimmt, sondern mit Eiweiß und Fetten kombiniert, verlangsamt den Weg durch den Darm. So kann selbst ein fructoseintoleranter Mensch Fructose leichter im Darm aufnehmen.

Zwischenfazit:

Die Symptome einer milden Form der Fructoseintoleranz lassen sich regulieren, indem in puncto Ernährung nachjustiert wird. Wer auf Gemüse als Vitaminlieferanten zurückgreift anstatt auf Obst, tut seinem Bauch bereits jede Menge Gutes. Diese Liste zeigt, welche Gemüsearten gut geeignet sind und welche nur in Maßen genossen werden sollten.

Zudem gibt es einen kleinen Trick, der Obst ab und an auf dem Teller erlaubt. In Verbindung mit Glukose kann der Darm Fructose nämlich besser aufnehmen. Damit sind Beeren, Aprikosen und Bananen sowie die Früchte in dieser Zusammenstellung eine gute Wahl für fructoseintolerante Menschen, denn bei diesem Obst ist der Anteil von Fructose und Glukose ausgeglichen. Auch ein wenig Traubenzucker zum Obst kann einen ähnlichen und dabei natürlichen Effekt haben. Aus einer Studiendokumentation aus dem Jahr 2019 geht zudem hervor, dass auch eine Zuführung von probiotischen Darmbakterien helfen kann, die Symptome im Bauch zu lindern.

Ein Nährstoffmangel wird meist recht spät sichtbar

Die Beschwerden in Darm und Bauch haben einen direkten Effekt darauf, was der Darm aus Lebensmittel zu ziehen vermag – und das ist deutlich weniger als ein gesunder Darm kann. Das bedeutet, dass eine Fructoseintoleranz, die sich in Durchfall, Krämpfen und Erbrechen äußert, häufig mit einem Mangel an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen einher geht.

  • Tryptophan hat eine beruhigende, gewichtsreduzierende und sogar stimmungsaufhellende Funktion im menschlichen Körper. Fehlt es an dieser Aminosäure im Körper, kann nicht nur das Gewicht aus dem Ruder laufen, sondern auch die Stimmung. Tryptophan ist ein wichtiger Kofaktor für die Herstellung von Serotonin, was auch bedeutet: Ohne Tryptophan fehlt dieser Baustein des als „Glückshormon“ bezeichneten Serotonin. Stimmungsschwankungen oder gar Depressionen können die Folge sein. Da Tryptophan auch an der Bildung von Melatonin beteiligt ist, kann ein Mangel auch einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus bedingen.
  • Ein Zinkmangel könnte beispielsweise durch irritierte, trockene Haut, brüchige Nägel, eine langsame Wundheilung und eine schlechte Immunabwehr sichtbar werden. An einer mangelhaften Zuführung von Zink über die Nahrung liegt das in aller Regel nicht, weshalb eine gestörte Absorption wahrscheinlicher ist, die sich nur über eine erhöhte Zufuhr von Zink regulieren lässt.
  • Auch ein Folsäuremangel kann sich tagtäglich zeigen – in Reizbarkeit, Müdigkeit, Depression, Antriebslosigkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit, Atembeschwerden, Blässe und sogar Entzündungen der Schleimhäute. Ungeborene Babys, deren Mütter an einem Folsäuremangel leiden, haben ein erhöhtes Risiko, mit einem Neuralrohrdefekt auf die Welt zu kommen.

Zwischenfazit:

Da in aller Regel keine Unterversorgung vorliegt, sondern der Darm aufgrund der Fructoseintoleranz Probleme hat, die über die Nahrung aufgenommen Nährstoffe aufzunehmen und zu verwerten, ist es ratsam, zusätzlich Lebensmittel oder eine Nahrungsergänzung zu konsumieren, die den Mangel ausgleichen. Ziel sollte sein, einen ausgewogenen Nährstoff-Gehalt im Körper dauerhaft sicherzustellen.

Sich mit Tryptophan „gutgelaunt“ zu essen, ist theoretisch mit Käsesorten wie Parmesan, Emmentaler, Edamer und Camembert möglich, die über 350 Milligramm an Tryptophan pro 100 Gramm enthalten. Soll der Zink-Anteil im Körper auf natürliche Art und Weise aufgestockt werden, dann sind Fleisch, Fisch, Käse und Eier ebenfalls eine gute Wahl. Achtung: Getreide, Gerbstoffe und Koffein sind „Zinkbremsen“ und verhindern, dass der Körper Zink aufnehmen und nutzen kann. Um einem Folsäuremangel proaktiv zu begegnen, sind reichlich grüner Salat und Gemüse eine gute Wahl, beispielsweise Spinat, Grünkohl, Feldsalat, Endiviensalat, Eichblattsalat sowie Brokkoli, Lauch und einige Kohlarten.

Die Fructoseintoleranz hat viele Gesichter – und viele davon sind unspezifisch

Wer sich krank fühlt, Gliederschmerzen hat, wetterfühlig ist, schlecht schläft oder häufig Kopfschmerzen hat, sucht oft jahrelang nach der Ursache.

In vielen Fällen stellt sich heraus, dass diese unspezifischen Symptome eine Reaktion auf den Verzehr von Fruchtzucker sind, wenngleich die Signale hier weniger deutlich auf eine Malabsorption im Darm hinweisen. Wer diese vergleichsweise unspezifischen Symptome an sich selbst erkennt, kann mit einfachen Ernährungsanpassungen schon herausfinden, ob eine Fructoseintoleranz vorliegt. Das Ignorieren der Warnsignale des Körpers darf hingegen keine Option sein. Unbehandelt bzw. ohne eine Anpassung der Ernährung können sonst weitere Folgeerkrankungen drohen, wie etwa weitere Unverträglichkeiten, schwerwiegendere Verdauungsstörungen, ein Reizdarmsyndrom bis hin zu manifesten Darmerkrankungen.


Foto: Krank durch Fructose, (c) adobe media, selective focus of suffering woman, von Lightfield Studios

AUTORIN

Steffi Brand

KATEGORIE

Fructoseintoleranz

GEPOSTED AM

09. April 2021

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