• Fructosearmes Gemüse bei Fructoseintoleranz

Geeignete Gemüsesorten bei Fructoseintoleranz

Von |2020-09-18T12:19:40+02:00September 18th, 2020|Kategorien: Fructoseintoleranz|Tags: , , |

Fructosearmes Gemüse, das auch bei Fruchtzucker-Unverträglichkeit gut bekömmlich ist

Die Frage, welche Gemüsesorten in welchen Mengen bei Fructoseintoleranz gut verträglich sind, ist nicht eindeutig geklärt. Zu unterschiedlich sind die Erfahrungswerte von Betroffenen, zu verschieden die Argumente der Ernährungsfachleute. Daher ist individuelles Austesten angesagt bei der Frage, ob fructosearmes Gemüse sich während der Karenzphase und darüber hinaus eignet oder nicht.

Nach der Erstdiagnose stellt sich meist die Frage, welche Lebensmittel eigentlich Fructose enthalten und ob man Gemüse und Obst überhaupt noch essen darf. Die gute Nachricht lautet: Wer unter intestinaler Fructoseintoleranz leidet, muss keineswegs vollständig auf Obst und Gemüse verzichten. Eine bewusste Ernährungsumstellung ist allerdings erforderlich. Zunächst sollte man hierfür eine Karenzzeit mit nahezu vollständigem Verzicht auf fructosehaltige Lebensmittel einhalten.

Bei Fructoseintoleranz Gemüse gänzlich vermeiden?

Gemüse enthält nicht nur wertvolle Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, sondern auch Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe, die einen wichtigen Beitrag zu unserer Gesundheit leisten. Zudem kommen viele Gemüsesorten ohne industrielle Verarbeitung aus, denn sie entstehen auf natürliche Weise. Doch Gemüse und Obst enthalten auch Fructose, eine völlig fructosefreie Ernährung ist also nicht möglich. Wer sich vollständig fruchtzuckerfrei ernährt muss hingegen mit Mangelerscheinungen rechnen. Aus diesem Grund sollten Betroffene auf eine fructosearme Ernährung achten mit Gemüsesorten, die möglichst wenig Fructose enthalten.

Fructoseintoleranz Karenzphase – Ernährungsanpassung statt Gemüse-Vermeidung

Die fructosearme Diät sollte mit einer vierwöchigen Karenzzeit beginnen. In den ersten zwei Wochen der Karenzphase vermeidet man hierbei konsequent Lebensmittel mit Fruchtzucker sowie Speisen mit hohem Ballaststoffanteil. Lassen die Beschwerden nach, so kann man Schritt-für-Schritt mit dem Verzehr fructosearmer Lebensmittel beginnen und den Konsum anschließend langsam steigern. Es geht also nicht darum, bei Fructoseintoleranz Gemüse langfristig aus der Ernährung auszuschließen.

Vielmehr geht es um eine Ernährungsanpassung, an deren Beginn eine Verzichtsphase steht. Länger als 4 Wochen sollte die Karenzzeit jedoch nicht andauern, da sich die Symptome der Fruchtzucker-Malabsorption sonst noch verschlechtern können. Dies geschieht vermutlich, weil die geringe Enzymaktivität nachlässt, wenn sie nicht genutzt wird.

Fructoseintoleranz – welches Gemüse ist geeignet und gut verträglich?

Welches Gemüse in welcher Menge gut verträglich ist, ist individuell unterschiedlich. Als gut verträglich bei Fructoseintoleranz gelten unter anderem die folgenden Gemüsesorten:

Geeignete Salat- und Gemüsesorten bei Fructoseintoleranz

Gemüse

  • Zuckermais
  • Gurke
  • Zucchini
  • Kartoffel
  • Avocado
  • Knollensellerie

Blattsalate und Blattgemüse

  • Feldsalat
  • Kopfsalat
  • Eisbergsalat
  • Radicchio
  • Mangold
  • Spinat
  • Rucola
  • Chinakohl
  • Pak Choi
  • Löwenzahnblätter

Wurzelgemüse

  • Schwarzwurzel
  • Radieschen
  • Rettich
  • Knollensellerie
  • Pastinake

Kohlgemüse

  • Sauerkraut (gut gegart)
  • Kohlrabi

Pilze

  • Steinpilze
  • Champignons
  • Pfifferling

Nach überstandener, erster Karenzphase sind auch wieder kleine Mengen an bestimmten Gemüsesorten verträglich.

Diese Gemüsesorten gelten in kleinen Mengen als gut verträglich:

  • Süßkartoffeln
  • Paprika grün
  • Hokkaido-Kürbis
  • Schalotten (austesten)
  • Blumenkohl (austesten)
  • Erbsen (austesten)

Während der fructosefreien Karenzzeit sollte man jedoch auch auf fructosearme Lebensmittel verzichten. In der darauffolgenden fructosearmen Zeit kann man die genannten Gemüsesorten wieder in kleinen Mengen verzehren.

Fructoseintoleranz: Welches Gemüse meiden?

Viele Betroffene vertragen Gemüsesorten mit einem Fructosegehalt von weniger als 1 Gramm pro 100 Gramm. Pro Tag vertragen Betroffene oft nur 15 Gramm Fructose anstatt der allgemein üblichen 35 Gramm, oder sogar noch weniger. Wer unter einer milden Form der Fructose-Malabsorption leidet, verträgt mitunter auch mehr Fructose pro Tag. Die individuelle Fructose-Schwelle kann man jedoch am besten selbst herausfinden, zum Beispiel durch das Führen eines Ernährungstagebuchs.

Die folgenden Gemüsesorten sind reich an Fructose. Betroffene der Fructoseintoleranz sollten sie nur mit Vorsicht genießen (in kleinen Mengen) oder gänzlich meiden.

Fructoseintoleranz – diese Gemüsesorten sollte man meiden

Gemüse

  • Auberginen
  • Tomaten
  • Bohnensorten
  • bestimmte Kürbissorten

Wurzelgemüse

  • Karotten
  • Zwiebeln
  • Lauch
  • Fenchel

Kohlgemüse

  • Kohlrabi
  • Weißkohl
  • Rotkohl

So wird Gemüse bei Fructoseintoleranz verträglicher

Es ist möglich, die Verträglichkeit des Gemüses zu steigern, so dass der Darm die Nährstoffe gut aufnehmen kann. Grundsätzlich empfiehlt sich für Betroffene der Fructoseintoleranz eine leicht verdauliche Kost, die nicht bläht. Es ist zudem wichtig, das individuell richtige Maß an Gemüse zu finden. Die persönliche Toleranzgrenze lässt sich durch ein Ernährungstagebuch herausfinden. Die Verzehrmenge bestimmter Gemüsesorten wird langsam gesteigert und die Verträglichkeit und Reaktion beobachtet und notiert. Um der eingeschränkten Nahrungsauswahl mehr Geschmack zu verleihen, kann verstärkt mit Kräutern und Gewürzen gekocht werden: Nutzen Sie gesunde Gewürze wie Kümmel, Anis und Fenchel.

Weitere Tipps für eine bessere Fructoseverträglichkeit:

  • Nehmen Sie Fette und Eiweiße zu fructosehaltigen Mahlzeiten auf, so kann auch der Darm Fructose besser aufnehmen
  • Kochen Sie Gemüse schonend (am besten Dünsten oder Dämpfen)
  • Achten Sie auf das richtige Verhältnis an Fructose und Glucose, im Idealfall enthält das Gemüse ebenso viel Fructose wie Glucose
  • Nehmen Sie 5-6 kleinere Mahlzeiten pro Tag zu sich, um Ihren Körper nicht mit einer zu großen Menge an Fructose auf einmal zu belasten

Zink Folsäure Tryptophan FructophanVitaminmangel vermeiden bei Fructoseintoleranz

Um keinen Vitaminmangel zu erleiden, ist es hilfreich, besonders vitaminreiches Gemüse zu verzehren. Zu den besonders empfehlenswerten Sorten zählen beispielsweise Mangold, Gurke, Nüsse und Haferflocken. Doch auch tierische Lebensmittel wie Milchprodukte, Eier und vor allem tierische Inneren enthalten alle Nährstoffe, die der Körper benötigt, mit Ausnahme von Vitamin C. Hühnerei enthält beispielsweise hohe Mengen an Vitaminen, Antioxidantien und Mineralstoffen, sowie gesunde Fettsäuren. Auf Gemüse gänzlich zu verzichten empfiehlt sich für eine gesunde und ausgewogene Ernährung allerdings nicht. Besteht die Sorge oder der begründete Verdacht, dass essentielle Nährstoffe wie Zink, Tryptophan und Folsäure nicht in ausreichender Menge zugeführt werden, so ist die Verwendung einer Nahrungsergänzung empfehlenswert.

AUTORIN

Sara Puchelt

KATEGORIE

Fructoseintoleranz

GEPOSTED AM

18. September 2020


Foto: Gemüsesorten bei Fructoseintoleranz, von LAYW, (c) adobe Media

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