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Laborwerte bei Histaminintoleranz

Von |2022-06-06T13:31:39+02:00Mai 25th, 2022|Kategorien: Histaminintoleranz|Tags: , |

Die Pseudoallergie lässt sich an diesen Werten erkennen

Wer sich nicht wohl fühlt und über unspezifische Symptome klagt, dem erstellt der Hausarzt nicht selten ein Blutbild. Ein Blick auf die Laborwerte kann in vielen Fällen einen Hinweis auf eine Mangelerscheinung oder eine Organerkrankung liefern. Bei einer Histaminintoleranz gibt es bis dato nur punktuelle Ansätze für eine halbwegs gesicherte Diagnose.

Die Laborwerte können auf eine Histaminintoleranz hinweisen

Die Theorie dessen, was bei einer Histaminintoleranz im Körper passiert, ist schnell erklärt: Das Enzym Diaminoxidase, kurz DAO, kann das durch Lebensmittel aufgenommene oder sich im Körper angereicherte Histamin nicht abbauen. Was folgt, ist eine auf den ersten Blick eher unspezifische, allergische Reaktion. De facto jedoch handelt es sich nicht um eine Allergie, sondern um eine Pseudoallergie. Und eben diese zeigt sich in Magen-Darm-Beschwerden, Ausschlägen, einer laufenden Nase, Husten, Kopfschmerzen, Migräne und Asthma. Es gibt zwar Laborwerte, die für eine Histaminintoleranz sprechen können. Doch den einen Histaminintoleranz-Wert bei den Laborwerten bleiben Mediziner noch schuldig. Stattdessen könnten die folgenden Werte bestimmt werden.

Wie aktiv ist die Diaminoxidase im Blut?

Das Enzym hilft gesunden Menschen dabei, dass Histamin aus Essen und Getränken abgebaut werden kann. Gibt es zu wenig dieses Enzyms im Blut oder gibt es ein Ungleichgewicht, dass zu viel Histamin aufgenommen wurde für die Menge an DAO, die der Körper hat, folgt eine pseudo-allergische Reaktion mit den eingangs beschriebenen Symptomen. Grundsätzlich lässt sich die DAO-Aktivität und damit die Histaminintoleranz an den Laborwerten erkennen. Nach einer Blutabnahme lässt sich die Enzymeinheit pro Liter bestimmen, was als U/ml dargestellt wird. Dabei könnte der Blick auf die Laborwerte eine Histaminintoleranz erahnen lassen:

  • Bei weniger als 3 U/ml erhärtet sich der Verdacht auf eine Histaminintoleranz. Der Laborwert zeigt eine geringe Menge an DAO im Blut, was bedeutet, dass der Körper nur wenig Histamin abbauen kann.
  • Bei einem Wert von 3 bis 10 U/ml ist die Rede von einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass diese Laborwerte auf eine Histaminintoleranz hinweisen.
  • Ein Wert von über 10 U/ml schließt eine Histaminintoleranz eher aus.

Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Diaminoxidase-Wert im Blut und den Symptomen einer Histaminintoleranz ließ sich bis dato noch nicht nachweisen. Das bedeutet auch: Diese Laborwerte bei einer Histaminintoleranz erfordern weitere Untersuchungen.

Diese DAO-Helfer lassen sich im Blut nachweisen

  • Studien ergaben einen Vitamin-B6-Mangel bei Menschen mit Symptomen einer Histaminintoleranz. Hier zeigt sich insofern ein Zusammenhang, als dass Vitamin B6 nötig ist, damit die Diaminoxidase Histamin überhaupt umsetzen kann. Auch Vitamin C ist wichtig für den Histaminabbau. Ein Mangel könnte die Arbeit der DAO einschränken und Symptome einer Histaminintoleranz bedingen.
  • Um die Arbeit der Diaminoxidase zu unterstützen, braucht der Körper Magnesium, Zink und Kupfer. Auch hier gilt: Ein Mangel ließe sich an den Laborwerten ablesen und könnte Symptome einer Histaminintoleranz begünstigen.

Wie viel Histamin steckt im Blut?

Bei der Suche nach Histamin im Blut können die Laborwerte diverse Ergebnisse zu Tage fördern. Unterschieden wird in der Wissenschaft in totales und freies Histamin. Das freie Histamin im Blut stellt eine Momentaufnahme dar und hat vergleichsweise wenig Aussagekraft mit Blick auf eine mögliche Histaminintoleranz. Der Laborwert zum totalen Histamin im Blut gibt Auskunft über die Menge an Histaminreserven im Körper. Unmittelbar haben diese Reserven keinen Effekt. Allerdings handelt es sich dabei um ein Gefahrenpotential, das über Histaminliberatoren freigesetzt werden könnte.

Wie viel Histamin wird im Körper abgebaut?

Eine Auskunft darüber liefert der Urin bzw. um genauer zu sein der Methylhistamingehalt, der im Urin messbar ist und Auskunft darüber gibt ob bzw. wie viel Histamin im Körper abgebaut wurde. Methylhistamin ist das Abfallprodukt, das beim Histaminabbau im Körper entsteht. Als grobe Faustformel gilt: Ein besonders hoher Gehalt an Methylhistamin kann ein Indiz für eine Histaminintoleranz sein. Fehlt es dem Körper an DAO, wird Histamin mithilfe eines anderen Enzyms, der Histamin N-methyltransferase (kurz: HNMT) abgebaut, wobei Methylhistamin entsteht.

Richtwerte gibt es seitens der Medizin hierfür nicht, denn dieser Laborwert kann eine Histaminintoleranz nur vermuten lassen, aber nicht bestätigen. Lebensmittel und Getränke haben einen direkten Einfluss auf den Methylhistamingehalt und können diesen Laborwert als einzigen Anhaltspunkt einer Histaminintoleranz verfälschen.

Auch der Nachweis von Histamin im Stuhl kann nur ein weiteres Indiz sein auf der Spur nach einer Diagnose. Lässt sich im Zuge einer Stuhluntersuchung Histamin nachweisen, zeigt dies, wie viel Histamin nicht abgebaut wurde. Einen finalen Laborwert zur Histaminintoleranz-Diagnose kann die Stuhluntersuchung jedoch nicht liefern. Die aufgenommene Histaminmenge und die Arbeit der Darmbakterien haben einen großen Einfluss auf diesen Messwert. Laut den Wissenschaftlern im synlab MVZ Labor München Zentrum kann ein hoher Histaminwert im Stuhl auch auf ein instabiles ökologisches Milieu hinweisen, bei dem durch Fehlernährung eine Flora entsteht, die ihrerseits Histamin bildet. Auch eine Nahrungsmittelallergie lässt sich nicht ausschließen.

Fazit: Ein einzelner Laborwert kann keine Histaminintoleranz nachweisen

Es ist mitnichten ein einzelner Laborwert, der eine Histaminintoleranz eindeutig nachweisbar macht. Stattdessen gelten die erläuterten Laborwerte bei einer Histaminintoleranz als Anhaltspunkte, die miteinander in Verbindung stehen und eine weitere Diagnostik – unter Einhaltung spezieller Ernährungseckpunkte – ermöglichen. Mediziner werden weitere Diagnoseschritte gehen, wenn

  • ein hoher Histaminanteil im Blut nachweisbar ist bei einer zeitgleich geringeren Aktivität der Diaminoxidase.
  • der Histaminanteil und die DAO-Aktivität auf einem hohen Level im Blut sind.
  • in Harn und Stuhl ein erhöhter Histamin- und Methyhistamingehalt nachweisbar ist.

Bildnachweis: (c) adobe media, Histaminintoleranz, science laboratory, von Songkhla Studio

AUTORIN

Steffi Brand

KATEGORIE

Histaminintoleranz

GEPOSTED AM

25. Mai 2022

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