• Kaffee und Tee bei Histaminintoleranz

Kaffee, Tee & Co bei Histaminintoleranz

Von |2020-09-08T11:47:17+02:00Oktober 9th, 2020|Kategorien: Histaminintoleranz|Tags: , , |

Diese Getränke eignen sich bei histaminarmer Kost

Morgens den Tag mit einer Tasse duftendem Kaffee zu beginnen, ist für Menschen mit einer Histaminintoleranz gar nicht selbstverständlich. Auch beim Tee gibt es Grenzen. Warum der Konsum von Kaffee und Tee für Menschen mit Histaminintoleranz zu überdenken ist und welche Alternativen es gibt, verrät dieser Ratgeber.

Kaffee ist bei Histaminintoleranz tabu, aber warum eigentlich?

Für viele ist unverständlich, warum der morgendliche Kaffee mit der Diagnose „Histaminintoleranz“ nun tabu sein soll, denn Kaffee selbst enthält gar kein Histamin. Allerdings ist Kaffee aus anderen Gründen schlecht für Menschen mit Histaminintoleranz:

  1. Koffein, der Wachmacher im Kaffee, hemmt das Enzym Diaminoxidase, das eigentlich dafür zuständig ist, Histamin im Darm abzubauen. Wer an Histaminintoleranz leidet, dem mangelt es in der Regel auch an diesem gut funktionierenden Enzym oder es ist schlichtweg zu wenig Diaminoxidase vorhanden, um das Histamin abbauen zu können.
  2. Koffein verursacht darüber hinaus die Ausschüttung von Histamin aus den histaminspeichernden Zellen des Körpers und wird daher auch als Histaminliberator bezeichnet. Der Gehalt im Blut steigt und es kommt zu unangenehmen körperlichen Anzeichen einer Histaminintoleranz.

Aus diesen Gründen sind Getränke mit Koffein grundsätzlich keine gute Wahl für Menschen mit Histaminintoleranz – egal ob es sich um heißen Kaffee oder eine kalte Cola handelt.

Diese Alternativen zum Kaffee gibt es bei Histaminintoleranz

Wer zu den erklärten Kaffeefreunden gehört und mit den Folgen einer Histaminintoleranz zu kämpfen hat, wird auf der Suche nach Alternativen auf diese Idee stoßen: Kaffeesorten mit wenig oder keinem Koffeingehalt sind hier die Lösung. In diese Kategorie fallen sowohl entkoffeinierter Kaffee, der allerdings auch keinen Hallo-wach-Effekt mit sich bringt, sowie Espresso, der aufgrund seiner Portionsgröße weniger Koffein enthält als regulärer Filterkaffee. Ratsam ist es, auf Kaffee mit einer milden Röstung zu setzen. Eine Alternative kann auch Lupinenkaffee sein, der in die Rubrik der Getreidekaffees fällt.
Anstelle eines Kaffees einen Energy Drink zu trinken, ist keine Alternative für Menschen mit Histaminintoleranz. Theobromin, das in Energy Drinks, Kakao und Mate Tee enthalten ist, blockiert die Arbeit des Enzyms Diaminoxidase.

Geeignete Getränke bei Histaminintoleranz

Foto: Geeignete und weniger geeignete Getränke bei Histaminintoleranz: Besonders Alkoholika stellen bei Histamin-Unverträglichkeit ein Problem dar. (c) adobe media, Atsushi Tada

Und wer auf den Genuss von Trinkschokolade nicht verzichten möchte, sollte auf möglichst helle Schokoladesorten setzen. Je dunkler die Schokolade ist, desto mehr Kakao ist enthalten.

Welche Teesorten sind bei einer Histaminintoleranz erlaubt?

Zu den histaminhaltigsten Teesorten gehören der schwarze Tee und der Brennnessel Tee, wobei beide Teearten aus unterschiedlichen Gründen ungeeignet sind. Brennnesseln sind per se histaminhaltig. Schwarzer Tee ist aus denselben Gründen ungeeignet wie auch Kaffee – der Koffeingehalt setzt schwarzen Tee auf die Streichliste von Menschen mit Histaminintoleranz. Auch von grünem Tee und Mate Tee raten Berater für Menschen mit Histaminintoleranz ab.

Wer nicht auf den Genuss einer Tasse schwarzen Tees verzichten kann oder will, muss auf die persönliche Toleranz achten. Das gilt im Übrigen auch für grünen Tee, Kaffee und andere Getränke. Zugute halten könnte man grünem und auch weißem Tee die Tatsache, dass er nicht fermentiert ist. Zieht der Tee nur kurz durch, entfalten sich vergleichsweise wenige Bitterstoffe.

Diese Teesorten sind gut geeignet bei einer Histaminintoleranz

  • Baikal-Helmkraut-Tee, Bischofskraut-Tee: Beide Teesorten sind gut geeignet für Menschen mit Histaminintoleranz, denn sie verhindern die körpereigene Histaminausschüttung.
  • Kamillentee: Tee auf Basis dieser Heilpflanze wirkt tonisierend und krampflösend.
  • Pfefferminztee: Dieser Klassiker lindert und löst Verstopfungen und Schwellungen im Nebenhöhlen- und Nasenbereich. Damit ist dieser Tee bei Menschen mit Histamin-Unverträglichkeit besonders beliebt.
  • Rotbuschtee: Dieser Tee wird im Handel häufig auch als Rooibos-Tee bezeichnet und vertrieben. Er enthält kein Koffein und nur wenig Gerbstoffe. Die beste Wahl ist grüner Rotbuschtee, da diese Sorte nicht fermentiert wird.
  • Zistrosentee: Entgiftungstee mit antiviraler und antibakterieller Wirkung hilft bei der Bindung und Ausscheidung von Histamin.

Achtung: Hagebuttentee und Früchteteemischungen, die Hagebutte enthalten, sind mit Vorsicht zu genießen. Die Hagebutte gilt in Teeform als sogenannter Histaminliberator, der den Körper dazu animiert, Histamin auszuschütten.

Darauf ist bei der Getränkewahl zu achten

Ein Getränk passiert nahezu unverarbeitet den Magen und gelangt in den Darm, was auch bedeutet: Histaminhaltige Getränke gelangen sehr schnell zu der Stelle im Körper, an der der Körper nicht richtig damit umgehen kann und deswegen „allergisch“ reagiert.

Grundsätzlich gilt für die Getränkewahl bei Histamin-Unverträglichkeit folgende Empfehlung:

Lebensmittel, die die Freisetzung von Histamin im Körper begünstigen, sind sowohl im Essen als auch in Getränken kritisch. Das bedeutet, dass Erdbeeren, Tomaten und auch Zitrusfrüchte nicht auf den Teller und nicht ins Glas kommen sollten. Die allergische Reaktion wird bei Tomatensaft noch deutlich schneller erfolgen als bei einem Tomatenbrot. Während feste Tomaten erst im Magen vorverdaut werden, gelangt Tomatensaft rasend schnell in den Darm.

Tipp: Wer nicht auf den Geschmack eines Glases Orangensaft verzichten möchte, sollte den Saft keinesfalls auf nüchternen Magen trinken, sondern ausschließlich zum Essen. So kann sich der Saft mit den Speisen vermengen und landet nicht etwa pur im sensibel reagierenden Darm.

Selbst gepresste Säfte sind besonders bekömmlich

Am besten geeignet sind selbstgepresste Säfte – aus Äpfeln, Aprikosen, Blaubeeren, Brombeeren, Kirschen, Pfirsichen, Johannisbeeren oder Stachelbeeren. Auch der Saft einer Kokosnuss (nicht die Milch) ist gut geeignet für Menschen mit einer Histamin-Unverträglichkeit. Verzichten sollten Allergiker hingegen auf zu reife Birnen und Bananen, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Ananas, Himbeeren, Mangos und Kiwis.

Für die Wahl von Mineralwasser gilt

  • Eine niedrige Konzentration an Sulfat, Sulfit, Nitrat und Fluorid ist besser bekömmlich.
  • Ein hoher Magnesiumanteil unterstützt den Körper beim Abbau von Histaminen.
  • Stilles Wasser ist besser geeignet als kohlesäurehaltiges Wasser.

Alkohol ist immer ein Risiko für Menschen mit Histaminintoleranz

Alkohol ist für Menschen mit Histaminintoleranz ein besonders gefährliches Tröpfchen, weil Alkohol die Durchlässigkeit der Schleimhaut im Darm erhöht, womit Histamin schneller passieren kann. Diaminoxidase, das eigentlich Histamin abbauen sollte, verlangsamt seine Aktivität durch Alkohol. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass Alkohol zusätzlich körpereigenes Histamin freisetzt – alles in allem eine ungute Konstellation für Menschen mit Histaminintoleranz. Alkohol in jeder Form, insbesondere aber Rotwein, ist für Menschen mit Histamin-Unverträglichkeit also ungeeignet.

  • Tipp für Weintrinker: Weißwein hat weniger Histamin (etwa ein Milligramm pro Liter) als Rotwein (etwa vier Milligramm pro Liter), ist aber dafür reicher an Sulfit, was wiederum als Histaminliberator fungieren kann. Grundsätzlich ist der Prozess des Säureabbaus dafür verantwortlich, dass sich Amine bilden. Einen entscheidenden Einfluss hat auch die Lagerung. Weine, die im Holzfass lagern, haben die höchsten Histaminwerte. Reduzieren lassen sie sich mithilfe eines speziellen Verfahrens direkt vor der Abfüllung. Junge Weine, die ohne biologischen Säureabbau hergestellt wurden, haben die geringsten Histaminwerte.
  • Tipp für Biertrinker: Jede Form von Bier (sogar alkoholfreies Bier) enthält Histamine, die eine Reaktion hervorrufen können. Besonders viel Histamin ist im Hefeweizen enthalten sowie in anderen obergärigen Bieren. Untergärige Biere haben weniger Histamine. Der Grund dafür liegt im Herstellungsprozess der Hefegärung.
  • Tipp für Schnapstrinker: Gin und Wodka hingegen sind fast frei von Histaminen. Auch Whisky, Korn und Grappa vertragen Menschen mit einer Histaminintoleranz besser.

Fotonachweis: (c) adobe media, hot coffee and tea, von Yaisirichai

AUTORIN

Steffi Brand

KATEGORIE

Histaminintoleranz

GEPOSTED AM

08. September 2020

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