Was bedeutet Fructoseintoleranz (Fruchtzucker-Malabsorption)?
auch: Fruchtzucker-Malabsorption / hereditäre Fructose-Intoleranz / Fruktose-Intoleranz
Unter Fructoseintoleranz versteht man eine Unverträglichkeit von Lebensmitteln, die Fruchtzucker (=Fructose) enthalten. Nach dem Verzehr fruchtzuckerhaltiger Speisen und Getränke wird die darin befindliche Fructose nicht oder nur unzureichend im Dünndarm absorbiert (aufgenommen).
Dadurch gelangen Fructosemoleküle bis in den Dickdarm hinein, wo sie von Darmbakterien fermentiert werden. Bei diesem Gärungsprozess entstehen Gase und Fettsäuren, die Blähungen, Bauchkrämpfe und durchfallartige Störungen verursachen.

Bild: Bakterielle Fermentation von Fructose. Aus: Fructoseintoleranz, Thilo Schleip, TRIAS Verlag
Zusätzlich auftretender Nährstoffmangel an Zink, Folsäure, Tryptophan führt zu Antriebslosigkeiten und depressiven Verstimmungen.
Man behandelt die Fructoseintoleranz mit einer fructosearmen Ernährungsweise, nährstoffreiche Lebensmittel und durch Supplementierung von Zink, Folsäure und gegebenenfalls Tryptophan.
Arten der Fructoseintoleranz
Zu unterscheiden ist die sehr häufige „Intestinale Fructoseintoleranz“ (=Fruchtzucker-Malabsorption) von der „Hereditären Fructoseintoleranz“, einer sehr seltenen, angeborenen Stoffwechselerkrankung.
Im Sprachgebrauch hat sich der Ausdruck „Fructoseintoleranz“ als Bezeichnung der intestinalen Fructoseintoleranz eingebürgert. Aus diesem Grund ist auch hier stets die intestinale Fruchtzucker-Malabsorption gemeint, wenn von Fructoseintoleranz die Rede ist. Übrigens: „Malabsorption“ setzt sich zusammen aus „mal“ (schlecht) und „Absorption“ (Aufnahme).
Hier weiterlesen: Symptome der Fructoseintoleranz
Quellen:
Gibson PR, Newnham E, Barrett JS, et al. Fructose malabsorption and symptoms. American Journal of Gastroenterology. 2007.
Jones HF, Butler RN, Brooks DA. Intestinal fructose transport and malabsorption in humans. American Journal of Physiology Gastrointestinal and Liver Physiology. 2011.
Roberfroid MB. Fermentation of carbohydrates in the human colon. Journal of Nutrition. 2007.





