• Fructoseintoleranz bei Babys

Nahrungsmittelunverträglichkeit vs. Stoffwechselstörung

Von |2022-04-01T17:46:00+02:00Juni 14th, 2022|Kategorien: Fructoseintoleranz|Tags: , |

Fructoseintoleranz bei Babys und Kindern

Es gibt keine Hinweise in der medizinischen Fachliteratur zu der Frage, in welchem Alter die Fructoseintoleranz für gewöhnlich auftritt. Zumindest kann diese Nahrungsmittel-Unverträglichkeit nicht auf ein bestimmtes Alter festgelegt werden. Die Stoffwechselstörung namens Fructoseintoleranz ist hingegen angeboren.

Nahrungsmittelunverträglichkeit vs. Stoffwechselstörung

Es gibt eine klare medizinische Abgrenzung zwischen der Nahrungsmittelunverträglichkeit namens Fructoseintoleranz und der Stoffwechselstörung namens Fructoseintoleranz. Dahinter verbergen sich die medizinisch bekannten und benannten Varianten der Krankheit: die intestinale und die hereditäre Fructoseintoleranz.

Fructoseintoleranz bei Babys und Kinder ist oft eine Nahrungsmittelunverträglichkeit

Die intestinale Fructoseintoleranz betrifft die meisten Menschen, die eben diese Diagnose vom Arzt bekommen. Der Körper kann die aufgenommene Fructose nicht transportieren und nicht verdauen, die Folge: Magen-Darm-Beschwerden. Der Grund dafür ist, dass die Fructose im Dünndarm nicht korrekt aufgenommen wird und deswegen in den Dickdarm gelangt, wo sie für die Entstehung von Gasen und Fettsäuren sorgt, die dann wiederum Blähungen, Durchfall, Völlegefühl und Übelkeit auslösen.

Leiden Babys oder Kinder an einer Fructoseintoleranz, so bedeutet das für die Eltern: Mit Obstpüree, Obstbrei und der leckeren Obstmahlzeit zwischendurch ist es nun vorbei. Auch der Obstsaft, den Babys und Kleinkinder ohnehin besser nicht bekommen sollten, ist tabu.

Die Stoffwechselstörung namens Fructoseintoleranz ist bei Babys angeboren

Die deutlich seltener auftretende Stoffwechselstörung namens Hereditäre Fructoseintoleranz trifft Babys ab der Geburt. Bei dieser Form handelt es sich um eine angeborene Erkrankung, bei der das Enzym Aldolase B nicht richtig arbeitet. Für Babys mit angeborener Fructoseintoleranz bedeutet das, dass eine strenge Diät nötig ist, um dem Kind Bauchschmerzen, Durchfall und starke Beschwerden im Magen-Darm-Trakt zu ersparen. Doch nicht nur das. Die Anreicherung von „giftigen“ Stoffen im Körper könnte langfristig betrachtet sogar zu Organschäden führen.

Das Baby hat eine angeborene Fructoseintoleranz – was nun?

Wird bereits beim Baby eine Fructoseintoleranz diagnostiziert, dann handelt es sich dabei oft um die hereditäre Fructoseintoleranz, die angeboren ist. Direkt nach dem Verzehr von Fructose kann es zu Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen kommen. Die harmlosesten Symptome sind Blässe, Übelkeit, Erbrechen und Zittern. Langfristig ignoriert könnte die hereditäre Fructoseintoleranz bei Babys zu Wachstumsstörungen, zu Organschäden an der Leber oder zur Austrocknung führen.

Da einem Baby mit hereditärer Fructoseintoleranz das Enzym Aldolase B fehlt, kann die Fructose im Körper nicht abgebaut werden. So können sich ungesunde Stoffe im Körper anreichern und das Gehirn sowie Leber und Niere schädigen. Auch eine lebensbedrohliche Unterzuckerung kann die Folge sein, erklärt die Allgäuer Fachklinik in einer umfangreichen Begleitinformation zur Ernährung bei Fructoseintoleranz. Leidet ein Baby an einer angeborenen Fructoseintoleranz, ist es wichtig umgehend zu handeln. Fructose und fructosehaltige Lebensmittel sollten vom Ernährungsplan verschwinden. Für Babys mit Fructoseintoleranz bedeutet das übrigens keine allzu große Entbehrung, denn sie können nichts vermissen, was sie nicht kennen.

Das Kleinkind entwickelt eine Fructoseintoleranz – was darf es nun essen?

Wer ein Baby oder Kleinkind mit einer Fructoseintoleranz hat, braucht als Elternteil nicht verzweifeln. Der Markt an Babynahrung scheint darauf gut vorbereitet zu sein. Namhafte Hersteller bieten ein großes Sortiment an Produkten, die auch Babys mit Fructoseintoleranz gut vertragen können.

Da es weit mehr Produkte gibt, die Babys und Kleinkinder mit Fructoseintoleranz vertragen als nicht, sollen an dieser Stelle in erster Linie Informationen geliefert werden, welche Produkte tabu sind.

Achtung: Kinder mit Fructoseintoleranz sollten keinen Apfel-Hafer-Abendbrei von Bebivita bekommen. Auch das Bircher- und das Beeren-Müsli von Hipp sind tabu. Hipps Feine Früchte stehen auf der roten Liste der Lebensmittel für Babys mit Fructoseintoleranz. Auch Früchte-Joghurt, Früchte-Müsli, Früchte-Grießbrei, Knusper-Müsli und der Gute-Nacht-Brei von Hipp sind tabu. An herzhaften Babygläschen sind viele gut geeignet, auch wenn der Nachwuchs eine Fructoseintoleranz hat. Aber Achtung: Gemüse-Spaghetti mit Pute von Bebivita und Mehrkorn-Kürbis von Hipp sind – trotz herzhafter Geschmacksrichtung – für Babys mit Fructoseintoleranz ungeeignet.

Was erlaubt ist, lässt sich in diesem Einkaufsratgeber nachlesen. Darin steht auch geschrieben, dass Milupa-Früchte-Tee, Himbeer-Tee und Apfel-Melisse-Tee trotz fruchtiger Anmutung selbst bei Fructoseintoleranz gut vertragen werden.

Mangelerscheinungen bei Kindern mit Fructoseintoleranz erkennen

Mit einer Fructoseintoleranz bzw. mit einer angepassten Ernährungsweise infolge der Diagnose Fructoseintoleranz gehen nicht selten Mangelerscheinungen einher. Eltern müssen an dieser Stelle ihre Kinder wachsam beobachten, um etwaige Mängel zu erkennen. Das sind die häufigsten:

  • Dass der Serotonin-Haushalt unausgeglichen ist, liegt am Tryptophan-Mangel. Da die Fructoseintoleranz die Aufnahme von Tryptophan unmöglich macht, bildet der Körper nicht ausreichend Serotonin. Die Folge können Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen sein.
  • Auch Schlafstörungen werden in diesem Zusammenhang genannt. Wer zu wenig Serotonin im Körper hat, kann schlecht einschlafen und auch der (Tief-)Schlaf ist nicht wirklich erholsam. Da Serotonin im Tiefschlaf gebildet wird, sackt der Serotoninspiegel Nacht für Nacht weiter ab.
  • Heißhungerattacken auf Süßes können Anzeichen einer Fructoseintoleranz sein. Auch sie lassen sich auf einen Serotonin-Mangel zurückführen, der nicht selten einen Teufelskreis bedingt. Wer dem Heißhunger nachgibt, macht den Weg frei für Tryptophan, was die Serotoninproduktion ankurbelt. Allerdings fällt dieses Hochgefühl schnell wieder ab und die Lust auf Süßes steigt erneut im Kleinkind mit Fructoseintoleranz auf.
  • Häufig bedingt eine Fructoseintoleranz einen Folsäuremangel, der nicht nur für werdende Mütter und die ungeborenen Kinder eklatant ist, sondern auch für Kinder mit Fructoseintoleranz. Ein Folsäuremangel könnte beispielsweise in einer Konzentrationsschwäche oder in Reizbarkeit münden.
  • Auch ein Mangel am Spurenelement Zink ist als Folge einer Fructoseintoleranz denkbar und könnte sich bei Babys und Kleinkindern in einer schlechten Immunabwehr zeigen. Diese äußert sich mit häufigen Infekten, Haar- und Hautkrankheiten, Wachstums- und Wundheilungsstörungen.

Bildnachweis: Baby und Fructoseintoleranz. Father wiping runny nose of adorable baby, von LIGHTFIELD STUDIOS

AUTORIN

Steffi Brand

KATEGORIE

Fructoseintoleranz

GEPOSTED AM

14. Juni 2022

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