• Histamin Flush

Histamin: Probleme von Kopf bis Fuß

Von |2022-07-30T13:34:33+02:00September 15th, 2022|Kategorien: Histaminintoleranz|Tags: , , |

Die unspezifischen Symptome einer Histaminintoleranz

Histaminintoleranz kann sehr vielfältige Symptome haben. Manchmal zeigen sich lediglich einzelne Beschwerden, etwa Hautausschlag oder Rötung und Juckreiz. Doch bei einigen Betroffenen kommt es zu vielfältigen, sehr unspezifischen Symptomen, die sich in verschiedenen Körperregionen bemerkbar machen.

Wieso gibt es so unterschiedliche Symptome?

Der Grund dafür ist einfach: Gewebe, Organe und Zellen im menschlichen Körper haben Rezeptoren für Histamin. Das sind beispielsweise alle glatten Muskelgewebe wie die Magen- oder Darmwand, die Gebärmutter, Gefäßwände oder die Bronchien. Auch Drüsenzellen, Mastzellen des Immunsystems und Nervenzellen haben diese Andockstellen.

Die Wirkung von Histamin tritt ein, wenn es sich an die Andockstellen bindet. Ist die Histaminmenge sehr groß, sind die Rezeptoren ständig aktiv. Je nachdem, welche Rezeptoren betroffen sind, kommt es dann zu sehr unterschiedlichen Symptomen der Histaminintoleranz.

Unspezifische Symptome der Histaminintoleranz auf der Haut

In der Haut befinden sich die sogenannten Mastzellen, die sensibel auf Histamin reagieren können. Werden sie aktiviert, können sie allergene Inhaltsstoffe freisetzen, die Hauterscheinungen zur Folge haben.

Dabei gibt es zum einen die Nesselsucht oder Urtikaria. Dabei handelt es sich um eine Quaddelbildung, also um kleine Schwellungen der Haut, die häufig eng beieinanderstehen. Die Haut rötet sich oder es entstehen weiße Stellen mit roter Umrandung. Die Nesselsucht kann am ganzen Körper auftreten und verschwindet meist innerhalb von 24 Stunden, wenn der Auslöser beseitigt ist.

Ansonsten können sich immer wieder neue Quaddeln bilden. Zudem können die Substanzen, die die Mastzellen der Haut freisetzen, auch einen massiven Juckreiz auslösen. Die Haut über den Quaddeln ist dabei besonders empfindlich.

  • Auf der Haut kann es auch zu einer gesteigerten Durchblutung kommen, die betroffenen Hautbereiche sind dann rot und warm. Das liegt daran, dass sich die Blutgefäße erweitern, weil der Körper durch die Histaminintoleranz Stickstoffmonoxid freisetzt. Kommt es zu solchen Rötungen im Gesicht ist von einem Flush die Rede.
  • Auch die Augen können bei Histaminintoleranz jucken, brennen und tränen.
  • Ein eher ungewöhnliches Symptom der Histaminintoleranz ist Haarausfall. Hier sollte ein Arzt klären, ob nicht andere Ursachen für das Symptom verantwortlich sind.

Unspezifische Symptome der Histaminintoleranz im Gehirn

  • Im Gehirn kann sich das freigesetzte Stickstoffmonoxid ebenfalls bemerkbar machen und zu erweiterten Blutgefäßen führen.
  • Sind dabei die Hirnhautarterien betroffen, sind Kopfschmerzen und teilweise sogar Migräne die Folge. Darüber hinaus verursacht Histaminintoleranz häufig Übelkeit, Erbrechen und Schwindel, teilweise auch Konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit.
  • Dazu gesellen sich psychische Symptome, wie Depressionen, Nervosität, Ein- und Durchschlafstörungen sowie Verwirrtheit.

Unspezifische Symptome der Histaminintoleranz im Herz-Kreislauf-System

  • Histamin erweitert die Herzkranzgefäße. So kann es zu Herzrasen und Herzstolpern mit Extrasystolen kommen. Die Herzrhythmusstörungen sind allerdings harmlos. Manche Betroffene haben spürbares Herzklopfen.
  • Wenn sich die Blutgefäße in Armen und Beinen weiten, kann der Blutdruck abfallen. Bei einer sehr hohen Menge Histamin ist es sogar möglich, dass das Blut vollständig in den Beinen versackt und nicht mehr genug zum Herz zurückkommt. Bei diesem extremen Blutdruckabfall kann es gelegentlich zu Schocksymptomen kommen.
  • Es kann aber auch genau das Gegenteil eintreten. Die Histaminintoleranz kann Bluthochdruck auslösen.

Unspezifische Symptome der Histaminintoleranz im Magen-Darm-Trakt

Histamin kann die Produktion der Magensäure anregen. Auch die Muskelzellen in der Magen- und Darmwand können durch das Histamin aktiver sein. Die Folge sind heftige Symptome wie Bauch- und Magenschmerzen, Blähbauch, Durchfall und Krämpfe. Zu diesen Symptomen kommt es vor allem, wenn die Betroffenen sehr histaminreiche Lebensmittel und Getränke verzehren.

Unspezifische Symptome der Histaminintoleranz im Genitalbereich

Histamin hat im weiblichen Körper eine besondere Funktion. Gebärmutter und Eierstöcke produzieren dieses Hormon ebenfalls. Es erhöht die Östrogenkonzentration. Östrogen sorgt bei der Monatsblutung für Kontraktionen der Gebärmutter, die äußerst schmerzhaft sein können. Histamin kann heftige Regelschmerzen auslösen.

Während einer Schwangerschaft kommt es sehr häufig zu Hormonschwankungen, die sich auf die Histaminintoleranz positiv auswirken können. In vielen Fällen verbessert sich die Histaminintoleranz oder die Symptome werden weniger.

Unspezifische Symptome der Histaminintoleranz in den Atmungsorganen

  • Schon während oder unmittelbar nach dem Verzehr histaminhaltiger Nahrungsmittel kann die Histaminintoleranz eine verstopfte oder laufende Nase verursachen. In seltenen Fällen kommt es zu Asthmaanfällen mit schwerer Atemnot.
  • Patienten mit Asthma haben oft das Problem, dass ein bestimmtes Enzym nicht so viel Histamin abbaut, wie das bei gesunden Menschen der Fall ist. Das hat zur Folge, dass sich das Histamin in den Bronchien anreichert und Beschwerden auslöst.

Unspezifische Symptome der Histaminintoleranz am Bewegungsapparat

Muskel- und Gelenkschmerzen gehören nicht zu den typischen Symptomen einer Histaminintoleranz. Es gibt dazu allerdings nur wenig wissenschaftliche Daten. Es ist möglich, dass Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten. Oft haben sie allerdings eine andere Ursache.

Einige Betroffene berichten von Muskelzucken im Zusammenhang mit einer Histaminintoleranz. Oft spielt dabei auch psychischer Stress eine Rolle oder Mineralstoffmangel.


Fotonachweis: (c) adobe media, Hautausschlag bei Histaminintoleranz, Red flushing cheeks, von Alessandro Grandini

AUTORIN

Steffi Brand

KATEGORIE

Histaminintoleranz

GEPOSTED AM

15. September 2022

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