• Süßstoffe bei Fructoseintoleranz

Nicht nur bei Diabetes

Von |2022-06-27T18:44:25+02:00August 15th, 2022|Kategorien: Fructoseintoleranz|Tags: , , |

Süßungsmittel bei Fructoseintoleranz

Wer unter Fructoseintoleranz leidet, muss nicht nur viele Obst- und bestimmte Gemüsesorten meiden. Auch andere Zuckerarten, wie Haushaltszucker oder einige Süßstoffe, enthalten Fruchtzucker. Dabei sind fructosearme Zuckerarten und Zuckerersatzstoffe nicht nur für Menschen mit Fructoseintoleranz interessant, sondern auch für Menschen mit Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten. Doch gibt es Süßungsmittel, die sehr gut geeignet sind, und andere, die weniger gut oder gar nicht geeignet sind. Man unterscheidet diese drei Süßungsmittelarten:

1. Zucker und verschiedene Zuckerarten

  • herkömmlicher Haushaltszucker
  • hergestellt aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben
  • besteht zu 50 Prozent aus Glucose und 50 Prozent aus Fructose
  • andere Formen: Vollrohrzucker, Honig, Dinkelsirup
  • durch Raffination und andere chemisch unterstützte Herstellungsverfahren nicht mehr natürlich, obwohl aus natürlichen Stoffen hergestellt

2. Süßstoffe

  • zu den Süßstoffen gehören beispielsweise Aspartam und Cyclamat
  • Zusatzstoffe und keine Lebensmittel
  • meist synthetisch hergestellt
  • keine Kalorien
  • aber hohe Süßkraft, teilweise bis zu 3000-mal süßer als Zucker
  • gesundheitliche Unbedenklichkeit ist umstritten

3. Zuckeraustauschstoffe

  • heißen auch Zuckeralkohole
  • ebenfalls Zusatzstoffe
  • chemisch gesehen handelt es sich um Alkohol, wirken aber nicht so
  • leiten sich aus Kohlenhydraten ab

Gibt es fructosefreie Alternativen zu Zucker bei Fructoseintoleranz?

Eine gute Alternative zum Haushaltszucker ist Getreidezucker. Dabei handelt es sich um getrockneten Glukosesirup, der aus Mais hergestellt ist. Er ist besonders feinkörnig und eignet sich zum Backen von Gebäck und Kuchen. Getreidezucker ist fructosefrei und lässt sich im gleichen Verhältnis wie Haushaltszucker verwenden.

Eine andere Alternative ist Stevia. Das sind aus Honigkraut (lat. Stevia rebaudiana) gewonnene Stevioglykoside. Je nachdem, wie viel Stevioglykoside das Süßungsmittel enthält, kann Stevia eine um 450-mal höhere Süßkraft wie Haushaltszucker haben. Daher ist es wichtig, sehr genau auf die Angaben des Herstellers zu achten. Allerdings eignet sich Stevia nicht unbedingt als Zuckerersatz beim Backen, da dabei oft die Volumenmenge notwendig ist. Für andere warme Süßspeisen, wie Pudding, eignet sich Stevia dennoch, weil es hitzestabil ist.

Reissirup ist die klassische Zuckeralternative bei Fructoseintoleranz. Es gibt ihn in vielen Bioläden, in Drogeriemarkten und online. Er schmeckt lecker als Honigersatz und eignet sich zum Backen. Bei Verwendung von Reissirup muss nur die Flüssigkeitsmenge etwas reduziert werden. Wer gerne süß isst, sollte etwas mehr verwenden als vom Haushaltszucker, da die Süßkraft nicht so hoch ist.

Bei Traubenzucker handelt es sich um reine Glucose. Er hat ungefähr 60 Prozent der Süßkraft von Zucker. Das bedeutet, dass für die gleiche Süße etwas mehr Traubenzucker notwendig ist. Traubenzucker verbrennt schnell und eignet sich daher nicht so gut zum Süßen von Kuchen. Um die richtige Menge und Backofentemperatur zu finden, sind meist ein paar Experimente notwendig. Denn Traubenzucker hat Wasserkristalle gebunden, sodass auch weniger Flüssigkeit an den Kuchenteig muss.

Xylit ist ein Zuckeralkohol der aus Birkenzucker entsteht. Der Kaloriengehalt liegt etwa 40 Prozent unter dem von Zucker, bei gleicher Süßkraft. Die Verarbeitung ist ähnlich wie bei Zucker. Auch Menschen ohne Fructoseintoleranz bekommen von Xylit Durchfall, wenn sie zu viel davon aufnehmen. Wer ohnehin Probleme mit dem Darm hat, sollte Xylit vorsichtig einsetzen.

Erythrit ist ebenfalls ein Zuckeralkohol und hat etwa 30 Prozent weniger Süßkraft als Zucker. Um den Speisen die gleiche Süße zu verleihen, muss mehr davon verwendet werden. Er ist zum Kochen geeignet und zum Backen. Auch hier gilt: am besten vorsichtig testen.

Welche anderen Zuckeralternativen bei Fructoseintoleranz gibt es?

Es gibt noch weitere Süßungsmittel, die keine Fructose enthalten, wie Acesulfam K, Aspartam, Cyclamat, Sacharin oder Sucralose. Ob sich die Süßungsmittel zum Backen eignen, geben die Hersteller jeweils auf der Packung an. Nicht alle sind auch hitzestabil.

Wer ein neues Süßungsmittel probiert, sollte es langsam in seinen Speiseplan einführen. Die Verträglichkeit ist sehr unterschiedlich. Auch ohne Fructoseintoleranz können Zuckerersatz oder Süßungsmittel in größeren Mengen zu Blähungen und Durchfall führen.

In Maßen verträglich sind Inulin und Oligofructose, bei denen es sich um Ballaststoffe und Mehrfachzucker mit präbiotischer Wirkung handelt. Bei beiden beträgt die Süßkraft etwa 30 bis 50 Prozent der Süßkraft von Zucker.

Xylit ist ein Zuckeraustauschstoff, der aus Birkenzucker hergestellt wird. Die Süßkraft entspricht der von Zucker bei nur halb so vielen Kalorien. Alle drei, also Inulin, Oligofructose und Xylit sollten Betroffene vorsichtig testen, ob sie die Zuckeralternativen bei Fructoseintoleranz auch wirklich vertragen.

Tapiokasirup ist nährstoffreich und gesund und eignet sich sehr gut als Alternative zu Zucker. Die Süßkraft ist ähnlich bei weniger Kalorien. Er ist teurer als Zucker und nicht so einfach zu bekommen.

Absolut ungeeignet bei Fructoseintoleranz

Es gibt einige Süßungsmittel, die aufgrund ihres sehr hohen Gehalts an Fructose absolut ungeeignet sind für Menschen mit Fructoseintoleranz. Einige davon werden als gesunde Zuckeralternative propagiert, sind aber im Fall von Fructoseintoleranz ungeeignet, beispielsweise Honig. Auch Agavendicksaft ist bei Fructoseintoleranz keine Alternative zu Zucker.

Saccharose, besser bekannt als Haushaltszucker, ist bei Fructoseintoleranz ebenso wenig eine Alternative. Sie setzt sich aus Fructose und Glucose zu gleichen Teilen zusammen.

Viele halten Rohrzucker für eine gesunde Alternative zu Haushaltszucker. Sein Fructosegehalt liegt, wie bei Saccharose, bei 50 Prozent. Bei Fructoseintoleranz ist Rohrzucker deshalb ebenfalls keine Alternative.

In der Lebensmittelindustrie suchen die Hersteller immer nach günstigen Alternativen zu bestimmten Zutaten. Wenn die Hersteller Zuckeralternativen verwenden, verschleiern sie damit häufig auch den Zuckergehalt. Wer unter Fructoseintoleranz leidet, meidet Invertzuckersirup, Glucosesirup und auch Glucose-Fructose-Sirup.

Weitere Zuckersorten oder Süßstoffe, die zu meiden sind:

  • Melasse
  • Kokosblütenzucker
  • Zuckerrübensirup
  • Invertzucker
  • Dattelzucker
  • Yacon Sirup
  • Ahornsirup und auch
  • Isomalt (E963)
  • Maltit (E965) undE421 sowie
  • Sorbit (E420), das zwar keine Fructose enthält, aber die Fructoseaufnahme hemmt.

Fotonachweis: (c) adobe media. Variety of sweeteners. Von Luis Echeverri Urrea

AUTORIN

Steffi Brand

KATEGORIE

Fructoseintoleranz

GEPOSTED AM

15. August 2022

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