• Eine Frau sagt nein zu einem Glas Milch

Wen trifft die Laktoseintoleranz am häufigsten?

Von |2021-08-31T13:06:21+02:00August 31st, 2021|Kategorien: Fructoseintoleranz|Tags: , , , |

Milchzucker-Unverträglichkeit: Prävalenz und mehr

An den Symptome einer Laktoseintoleranz leiden deutschlandweit etwa 12 Millionen Menschen, was prozentual ausgedrückt auch heißt: 15 Prozent der Gesamtbevölkerung sind betroffen. Doch wen trifft die Laktoseintoleranz eigentlich am häufigsten? Sind Babys, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche von Laktoseintoleranz betroffen? Oder tritt eine Laktoseintoleranz eher im Alter auf? Inwiefern können Schwangere laktoseintolerant sein? Oder ist Laktoseintoleranz vielleicht sogar genetisch bedingt? All diese Fragen kreisen um diejenigen, die von der Laktoseintoleranz betroffen sein können. Antworten auf diese Fragen liefert der folgende Beitrag.

Die Nahrungsmittel-Unverträglichkeit namens „Laktoseintoleranz“ entwickelt sich

Die Laktoseintoleranz ist per Definition eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit, die entsteht, weil es dem Körper an einem speziellen Enzym mangelt. Wer zu wenig Laktase im Körper hat, kann Milchzucker nicht aufspalten. Deswegen gelangt der Milchzucker quasi unverdaut in den Dickdarm und sorgt dort für Durchfall, Blähungen und andere typische Symptome einer Laktoseintoleranz. Da der Milchzucker in deutlich mehr Lebensmitteln vorkommt als nur in Milch und Milchprodukten, wird die Laktoseintoleranz oft verkannt. Zudem zeigt sich bei Betroffenen, dass sich die Unverträglichkeit nach und nach einschleicht. Wird eine individuelle Toleranzgrenze überschritten, reagiert der Körper.

So lässt sich erklären, warum der Milchkonsum als Baby, Kleinkind oder Jugendlicher noch ohne Abwehrreaktion des Körpers möglich war, denn häufig entwickeln sich die Symptome einer Laktoseintoleranz erst im Alter.

Keine Gefahr, wenn es um Impfungen geht

Kein Zusammenhang lässt sich beobachten, wenn es um eine Laktoseintoleranz und eine Impfung geht. Da es sich bei der Laktoseintoleranz um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit handelt (und nicht etwa um meine Milchallergie, wie oft fälschlicherweise behauptet wird), ist eine Impfung vergleichsweise ungefährlich – wenn keine weiteren Erkrankungen und Risikofaktoren vorliegen.

Ist die Bildung von Laktase eine Sache der Gene?

Schätzungen zufolge liegt in Europa die Häufigkeit für eine Laktoseintoleranz zwischen 5 und 20 Prozent. Von einer „primären Laktoseintoleranz“ ist die Rede, wenn sich Laktase bereits kurze Zeit nach der Stillphase, also im Kindergartenalter, nicht mehr in ausreichendem Maß bildet. Bis aus diesem Mangel Symptome werden, kann es weitere Jahre dauern. Mit 5 bis 20 Prozent ist die Laktoseintoleranz in Europa noch vergleichsweise wenig vertreten. In Asien und Afrika wird von einem Prozentsatz von 90 Prozent ausgegangen.

Leidet eine Schwangere an einer Laktoseintoleranz, so kann sie diese Unverträglichkeit auf ihr Kind vererben. Das muss jedoch nicht bedeuten, dass die Reaktion direkt auftritt, denn oft zeigen Babys, die die Laktoseintoleranz mit den Genen mitbekommen gaben, erst später selbst Symptome. Unzureichend ist die Studienlage noch zum Zusammenhang zwischen einer Schwangerschaft und einer Laktoseintoleranz. Einige Schwangere berichten davon, dass sich die Symptome der Laktoseintoleranz während der Schwangerschaft verstärkt haben. Bei anderen Schwangeren sei die Laktoseintoleranz deutlich erträglicher geworden – durch das Baby im Bauch.

Laktoseintoleranz ist bei Babys selten

Gestillte Babys leiden nur äußert selten an einer echten Laktoseintoleranz, eine Überbelastung mit Laktose ist jedoch sogar bei den Kleinsten denkbar. Eine Kuhmilch-Unverträglichkeit ist aber noch wahrscheinlicher. Auch wenn eine Lactasedefizit bei Babys nur selten vorkommt, ist es dennoch möglich, dass bereits Babys an einer Laktoseintoleranz leiden. An dieser Stelle gilt es nun einen weit verbreiteten Mythos zu revidieren, denn zwischen einer Laktoseintoleranz und einem Schreibaby gibt es keinen signifikanten Zusammenhang.

Eine Laktoseintoleranz beim Baby lässt sich an anhaltendem Durchfall erkennen, der mit Wachstumsschwierigkeiten einhergeht. Viel häufiger lässt sich im Säuglingsalter jedoch die Kuhmilch-Unverträglichkeit ausmachen. Der Körper reagiert dabei auf Kuhmilchproteine, die in der Muttermilch und in Säuglingsnahrung vorkommen können, mit einer Immunreaktion.

Ein Baby wegen einer Laktoseintoleranz oder einer Kuhmilch-Unverträglichkeit abzustillen, sei meist nicht nötig. Stattdessen könnte – falls eine echte Laktoseintoleranz vorliegt – Laktase zugegeben werden. So erhält das Baby das Enzym, das Milchzucker verarbeiten kann und die Eltern erlösen ihren Nachwuchs von Bauchschmerzen und Blähungen. Bei einer Kuhmilch-Unverträglichkeit sollte die stillende Mutter auf Kuhmilchprodukte verzichten. Zudem gibt es für beide Fälle Spezialnahrung auf Sojabasis, die gefüttert werden kann, wenn selbst eine Umstellung des Stillmanagements keine Erfolge erzielen konnte.

Deaktivieren Veganer das Enzym Laktase?

Aus einer anderen wissenschaftlichen Ecke, aus der Riege derer, die sich vegan ernähren, heißt es, dass Veganer, die nach Jahren der Abstinenz wieder Milch zu sich genommen haben, häufiger an Lactasemangel litten, was auch bedeutete: Nach dem Milchkonsum drohten Bauchschmerzen und andere typische Symptome der Laktoseintoleranz. Theoretisch denkbar ist es, die Lactasebildung wieder zu steigern, in der Praxis muss das aber nicht zwangsläufig funktionieren.

Primäre oder sekundäre Laktoseintoleranz?

Die angeborene Laktoseintoleranz ist auf einen Gendefekt zurückzuführen. Am weitesten verbreitet ist hingegen die primäre Laktoseintoleranz, die im Kleinkindalter beginnt. Unmerklich entwickelt sich diese Form der Laktoseintoleranz fort und mündet im jungen Erwachsenenalter, oft im Alter von 20 Jahren, darin, dass die Lactaseaktivität so gering ist, dass es zu den Symptomen einer Laktoseintoleranz kommt. Bis eine Laktoseintoleranz dann diagnostiziert wird, können weitere Jahre ins Land gehen.

Als sogenannte sekundäre Laktoseintoleranz wird diese Form einer Unverträglichkeit bezeichnet, die sich nach oder im Zuge einer Krankheit entwickelt. So können Morbus Crohn und eine Gluten-Unverträglichkeit die Lactase schädigen und so eine sekundäre Laktoseintoleranz zur Folge haben. Deswegen gibt es mehr und mehr Studien zum Zusammenhang einer Laktoseintoleranz und einer Zöliakie, die als entzündliche Darmerkrankung bezeichnet wird, bei der der Körper auf das Klebereiweiß Gluten reagiert.

Ist die Laktoseintoleranz angeboren, liegt eine Genmutation vor

Eine angeborene Laktoseintoleranz ist ebenso selten wie die Tatsache, dass ein Baby an einer Laktoseintoleranz leidet. Durch eine genetische Mutation der Lactase, die verhindert, dass das Enzym Milchzucker spalten kann, ist diese congenitale Laktoseintoleranz dennoch denkbar, wenn auch selten. Dehydrierung, Durchfall und Gedeihstörungen zeigen dann bereits in den ersten Lebenswochen an, dass das Baby seine Hauptnahrungsquelle, die Milch, nicht verwerten kann. Ohne Gendefekt haben vor allem Frühchen ein erhöhtes Risiko eine Laktoseintoleranz zu haben, weil das Verdauungssystem noch nicht voll ausgeprägt ist. Auch Babys mit Darmerkrankungen, einer Rotavirus-Infektion oder Durchfall haben ein erhöhtes Risiko, eine Laktoseintoleranz zu bekommen, die dann aber meist nur von vorübergehender Dauer ist.

AUTORIN

Steffi Brand

KATEGORIE

Fructoseintoleranz

GEPOSTED AM

01. September 2021

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