• Teststreifen Histamin

Histamindetektor für Lebensmittel entwickelt

Von |2020-09-08T09:23:15+02:00Juli 14th, 2020|Kategorien: Histaminintoleranz|Tags: , , , , |

Graphen-Sensor spürt Histamin mit Hilfe von Antikörpern auf

Wissenschaftler der Iowa State University haben einen Teststreifen entwickelt, der Histamin in Nahrungsmitteln erkennen kann. Mit Hilfe dieser Methode ließe sich beispielsweise erkennen, ob leicht verderbliche Speisen wie Fisch und Meeresfrüchte noch genießbar sind oder ob ihr Histamingehalt bereits ein gesundheitliches Risiko darstellt.

Histamin kann sich in Lebensmitteln während der Aufbewahrungszeit entwickeln und führt letztlich zum Verderb der Ware. Nach dem Verzehr histaminhaltiger Speisen und Getränke kommt es zu Vergiftungserscheinungen, die im Falle von Fisch und Meeresfrüchten auch als Fischvergiftung bezeichnet werden. Personen mit Histaminintoleranz verspüren bereits nach dem Verzehr geringer Mengen an Histamin entsprechende Symptome.

„Guter Indikator für die Haltbarkeit“

„Bakterien in Essen produzieren Histamin. Es kann deswegen ein guter Indikator für die Haltbarkeit von Nahrung sein“, sagt Carmen Gomes, Mitentwicklerin des Histamin-Teststreifens. Bei dem neu entwickelten Teststreifen handelt es sich um einen mit Graphen-Sensoren bedruckten Polymer-Streifen. Mit Hilfe einer kontaktlosen Aerosol-Jet-Druck-Technologie werden die Graphen-Sensoren auf den Polymer-Streifen angebracht und mithilfe von Antikörpern auf das Erkennen von Histamin eingestellt. Das aufwendige Verfahren ist nötig, weil Histaminmoleküle sehr klein sind und die Graphen-Elektroden daher präzise platziert sein müssen.

Diaminoxidase Vitamine Kupfer Zink Magnesium

Wundersubstanz Graphen

Das erst im Jahr 2004 entdeckte Graphen gilt als Wundermaterial. Es handelt sich um eine nur aus einer Lage Kohlenstoffatomen bestehenden Substanz mit besonderen, sensorischen Eigenschaften. Die mit Graphen-Sensoren bestückten Teststreifen können selbst kleinste Mengen Histamin erkennen und dienen so als Indikator für den Frischezustand von Lebensmitteln.

In den USA darf der Histamingehalt in Fisch bei Verkauf oder Verzehr nicht mehr als 50 Millionstel betragen. Ein Graphen-Streifen kann einen Histamin-Anteil von bis zu 3,41 Millionstel erkennen, liegt also noch weit darunter. Die Forscher testeten ihre Streifen erfolgreich an einer Thunfischbrühe. Das Verfahren eignet sich somit nachweislich zum Aufspüren gesundheitsschädlicher Mengen Histamin in Nahrungsmitteln.

Durch Verwendung anderer Antikörper ließen sich mittels dieses Verfahrens auch Verunreinigungen durch andere Substanzen wie beispielsweise Salmonellen nachweisen. Ob das Verfahren aus wirtschaftlicher Sicht zur Serienreife taugt, kann derzeit nicht beurteilt werden. Ebenso ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt, wann frühestens mit einer Markteinführung gerechnet werden kann.

Quelle: Iowa State University, News Service


Fotonachweis: Originalfoto, Image courtesy of Jonathan Claussen
Fotonachweis Beitragsfoto Startseite (Symbolfoto): Litmus test strip for measurement of acidity in glassware on a blurred background of test tubes in a tripod.Von Ирина Щукина

AUTOR

Thilo Schleip

KATEGORIE

Histaminintoleranz

GEPOSTED AM

14. Juli 2020

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